Definition
Die Dogi (von japanisch Dō 道, der “Weg”, und Gi 衣, “Kleidung”) bezeichnet wörtlich die Kleidung, die für das Studium einer Kampfkunst getragen wird. Im Zusammenhang mit Karate ist es gleichbedeutend mit Karategi. Im Gegensatz zum allgemeinen Begriff “Kimono” betont das Wort Dogi die spirituelle Dimension und die Verpflichtung des Praktizierenden, nach Meisterschaft zu streben.
Ursprung und Bedeutung
Der Dogi kam zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Japan auf, inspiriert von der Judokleidung, die von Jigoro Kano (dem Gründer des Judo) entworfen wurde. Zuvor trainierten die Praktizierenden oft in gewöhnlicher Zivilkleidung oder Unterwäsche. Laut Dave Lowry, einem anerkannten Experten für japanische Kampfkünste, symbolisiert in seinem Buch „In the Dojo“ die weiße Farbe des Dogi Reinheit, Bescheidenheit und das Fehlen eines Egos. Durch die Vorschrift, dass alle die gleiche Kleidung tragen müssen, hebt das Dojo soziale Unterschiede auf und schafft Raum für die reine Praxis.
Die Bestandteile des Dogi
Ein Karate-Dogi besteht traditionell aus drei Elementen:
- Uwagi : Die gekreuzte Jacke.
- Zubon : Die Hose, die oft durch einen Zwickel (1) ergänzt wird, um eine große Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. (1) Zwickel: Dies ist das Schlüsselelement der Hose im Karate und in anderen Kampfkünsten. Es handelt sich um ein rautenförmiges Stück Stoff im Schritt, das flüssige Hüftrotationen und hohe Tritte ermöglicht, ohne dass die Hose reißt oder die Beinbewegung einschränkt.
- Obi : Der Gürtel, der die Jacke zusammenhält und den Rang des Athleten anzeigt.
Der Unterschied zwischen Dogi, Karategi und Kimono
- Dogi / Keikogi : Formale Begriffe für jedes Kleidungsstück, das für das Training von Kampfsportarten verwendet wird.
- Karategi : Ein Begriff, der speziell für Karate verwendet wird.
- Kimono : Traditionelle japanische Zivilkleidung. Die Verwendung dieses Begriffs im Sport ist technisch gesehen nicht korrekt, obwohl er in Europa weit verbreitet ist..
Quellen und Referenzen
- Funakoshi, G. (1935). Karate-Do Kyohan. (Gichin Funakoshi ist der Vater des modernen Karate und erläutert die Einführung des weißen Anzugs).
- Lowry, D. (2006). In the Dojo: A Guide to the Rituals and Etiquette of the Japanese Martial Arts.. (Nachschlagewerk zur Etymologie und zu Kleiderordnungen wie dem Dogi).
- DIN EN 13277-1: Schutzausrüstung für den Kampfsport (Technische Spezifikationen für Materialfestigkeit und Baumwolle).
- World Karate Federation (WKF)) Offizielle Regeln für die Ausrüstung und Spezifikationen von Karate-Gi (Artikel 1: Karate-Gi).